Intoleranzen

Nahrungsmittelintoleranzen

Unter dem Begriff Nahrungsmittelintoleranz versteht man eine Unverträglichkeit gegenüber unterschiedlichen Nahrungsmitteln, bei denen allergieähnliche Symptome und Beschwerden auftreten können. Es handelt sich dabei grundsätzlich aber nicht um eine Allergie, da das Immunsystem nicht beteiligt ist, sondern vielmehr um einen Enzymdefekt. Im folgenden Artikel werden deshalb zwei sehr häufige Formen der Intoleranzen genauer beleuchtet.

Fruchtzuckerunverträglichkeit

Ursachen

Es gibt zwei Grund-Formen von Fructose-Unverträglichkeiten: Die Fructose-Malabsorption, oft irrtümlich Fructoseintoleranz genannt, und die hereditäre Fructoseintoleranz (= eher selten). Durch die unzureichende Aufnahme von Fruchtzucker im Dünndarm gelangt dieser unverdaut in den Dickdarm. Dort wird dieser von Bakterien abgebaut. Die daraus entstehenden Stoffwechselendprodukte, wie Gase und Fettsäuren können zu den vielfältigsten Beschwerden führen. Doch auch Zuckeralkohole (Xylit, Sorbit, Maltit, Mannit) können Beschwerden auslösen. Süßstoffe wie z.B. Aspartam, Acesulfam K, Cyclamat, Isomalt und Saccharin werden meist ohne Probleme vertragen.

 Symptome

 Diagnostik

Durch einen H2-Atemtest.

  Vorkommen

Fructosearm

 

 

ohne Probleme

nur fructosehältig

 

Verträglichkeit individuell

fructose- und sorbithältig

 

fast immer Probleme

Honigmelone

Banane

Mandarinen

Zitrone

Obstsäfte (stark verdünnt)

Kaffee und Kakao

Marmelade (in kl. Mengen)

Honig

Orangen

Kiwi

Wassermelone

Brombeeren

Preiselbeeren

Ananas

Marillen

Stachelbeeren

Rhabarber

Mango

Zwiebel

Schwarzwurzel

Artischocken

manche Gemüsesorten

Gemüsesäfte Hülsenfrüchte

 

Apfel

Pflaumen

Birnen

Marillen

Pfirsich

Zwetschgen

Rosinen, Trauben

Datteln

Honig

Kirschen

Rot- und Weißwein

Balsamicoessig

Bier

Erdbeeren

Johannisbeeren

Hollunderbeeren

Himbeeren

Heidelbeeren

Trockenobst

grob geschrotetes

Vollkornbrot

Diabetikerprodukte

Fertigprodukte

zuckerfreie Süßigkeiten zuckerfreie Kaugummis

   

Ernährungstherapie

Es gibt keine allgemein gültige Diät bei Fructoseintoleranz. Die Ernährung richtet sich nach den Beschwerden, denn keiner reagiert gleich. Daher ist das individuelle Austesten von größter Wichtigkeit.

Ziel der Ernährungstherapie bei Fructosemalabsorption ist eine Reduktion der Fructosemenge auf ein verträgliches Maß.

 Langzeiternährung: Sonstige Lebensmittel

Lebensmittel

Gut verträglich

Weniger verträglich

 

Getränke

Wasser, Tee, Mineralwasser, Säfte stark verdünnt und evt. mit Traubenzucker versetzt, Kaffe

Fruchtsäfte, Light- und Diätgetränke (mit Sorbit und Fructose, s. Etikett), Diabetikersäfte, Liköre, Bier, Wein, Sekt

 

Getreideprodukte und Beilagen

alles erlaubt

Wg. des hohen Ballaststoffgehaltes kann die Verträglichkeit von Vollkornprodukten vermindert sein.

Obst

s. Tabelle S. 2

Gemüse

alles erlaubt

Wg. des hohen Ballaststoffgehaltes kann die Verträglichkeit von Kraut, Kohl, Hülsenfrüchten, Rohkost etc. vermindert sein.

Fleisch/ Fisch

alles erlaubt

Milch- und Milchprodukte

Milch, Topfen, Käse,

 alle Milch- und Milchprodukte ohne Fruchtzusätze

Diabetikerjoghurt

alle Milch- und Milchprodukte mit Fruchtzusätzen

Essig

Essigessenz verdünnt, Weinessig verdünnt

Kann sein: Most- und Apfelessig

Eier

alles erlaubt

Zucker/Honig/Süßwaren

Haushaltzucker, Traubenzucker (Handelsname: Dextropur), Glukosesirup, künstlicher Süßstoff (z.B. Kandisin)

Honig, Fruchtzucker, Diabetikerzucker (Sorbit, Xylit, Mannit, Maltit), zuckerfreier Kaugummi, Diabetikerprodukte (s. Etikett) Fruktosesirup, Müsliriegel, Müslis

 

Allgemeines:

 

Maßnahmen zur Anregung der Darmmotorik:

 

Milchzuckerunverträglichkeit

 Definiton und Ursache

 Bei einer Lactoseintoleranz kommt es durch das Fehlen von Lactase, dem Enzym das den Milchzucker normalerweise im Dünndarm aufspaltet, zu Unverträglichkeitsreaktionen. Durch dieses „Nicht-Aufspalten“ der Lactose wandert diese in den Dickdarm, wo sie von speziellen Bakterien abgebaut wird – dadurch kommt es zu Symptomen wie Blähungen und Durchfall.

 Symptome

Die Symptome können sich allerdings sehr vielfältig äußern:

 

Die Stärke der Beschwerden hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab wie z.B. Lactaseaktivität, Menge der zugeführten Lactose etc.

 Diagnostik

 Durch einen H2-Atemtest kann ein Verdacht manifestiert werden.

 Vorkommen

 

Lactosefrei

Geringer Lacotsegehalt

Mittlerer

Lactosegehalt

Hoher

Lactosegehalt

Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Reis, Polenta, Getreide, Nudeln, Eier, Gemüse, Obst, Öl, milchfreie Margarinen, milchfreie Getränke wie z.B. Kaffee, Tee, Verdünnungssäfte etc.

Butter, alle Hart- und Schnittkäsesorten, fast alle Weichkäsesorten

Topfen, Hüttenkäse, Creme frâiche, Sauerrahm, Buttermilch, Joghurts, Sahne, Rahm

Milch, Molke, Kondensmilch, Kaffeesahne, Mehl- und Süßspeisen die mit Milch zubereitet sind, Fertigprodukte mit Molke- und Milchpulver und Milcheiweiß, Milcheis

  

Therapie

Die erste Zeit (ca. 2 Wochen) sollte man sich lactosefrei ernähren. Danach kann man bereits wieder beginnen, Lebensmitteln mit geringem Lactosegehalt einzubauen. Je nach Verträglichkeit können auch die Milchprodukte mit mittlerem Lactosegehalt gegessen werden. Mit Hilfe bestimmter Enzympräparate die in der Apotheke erhältlich sind, können später sogar wieder Lebensmittel mit hohem Lactosegehalt verzehrt werden. Wichtig ist es allerdings in ausreichender Konzentration Calcium aufzunehmen: dies kann man mit Milchprodukten, Fisch, Sesam, Kohlgemüse, calciumreichen Mineralwässern, Nüssen etc. bzw. mit Hilfe verschiedener Präparate wie z.B. Calciumcitratpulver erreichen.1

 

Generell lässt sich sagen, dass diese beiden Intoleranzen bisher leider nicht heilbar sind, doch mit dem Wissen was erlaubt ist und was nicht bzw. mit bestimmten Hilfsmitteln wie z.B. den Enzymen ist es möglich mit Ihnen gut umzugehen.

  • 1Bair, H., Vorlesung Ernährung bei Lactose- und Fructoseintoleranz an der Akademie für den Diät- und Ernährungsmedizinischen Beratungsdienst am AZW Innsbruck, 2005

 Ein Beitrag von unserer Diätolgin Elisabeth Lechner